Deutsch-Polnische Begegnungsschule „Willy-Brandt-Schule” in Warschau

Fraunhofer Talent-School Stuttgart 2014 - “CSI Stuttgart:Vom genetischen Fingerabdruck zur Täteridentifizierung”

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Talent-School ist ein Projekt des Fraunhofer Instituts für Jugendliche, die an MINT Fächern interessiert sind, und in dessen Rahmen 4 Workshops angeboten wurden: Photonik, Chemie, Future Interfaces und “CSI Stuttgart”, also forensische Molekulargenetik.

Da ich mich sehr für Molekulargenetik interessiere und meine Facharbeit in der 10. Klasse ihren Schwerpunkt in der genetischen Labordiagnostik hatte, entschied ich, mich für diesen Workshop zu bewerben und wurde angenommen.

Der Workshop fand am Wochenende vom 11.- 13.04.14 im Stuttgarter Fraunhofer Institut statt und hat wirklich Spaß gemacht, denn ich habe sehr viel Praktisches über die Arbeit in einem gentechnischen Labor gelernt.

10 Personen wurden für den Workshop angenommen, der von Dr. Kai Sohn geleitet wurde. Außer Kai (bei Fraunhofer gibt es einen “per-Du”-Konsens) gab es noch 5 weitere Wissenschaftler, die uns betreuten, sodass wir zu zweit jeweils mit einem Wissenschaftler zusammengearbeitet haben und dadurch alles im Labor selbst machen durften.

Thematisch standen Methoden, die unter anderem zur Täteridentifizierung anhand von DNA- Spuren, aber auch zur Diagnostik in der Medizin genutzt werden, auf dem Programm.

Am ersten Tag hieß es folglich, es hätte einen Mord am Institut gegeben und ein Haar sei am Tatort gefunden worden. Wie erwartet waren wir die 10 Hauptverdächtigen. Diese lustige Geschichte, quasi nebenbei erzählt, diente mehr oder minder zur Aufheiterung der Atmosphäre und um den praktischen Bezug zu zeigen.

So haben wir am ersten Tag aus unserer Mundschleimhaut Zellen entnommen und dann aus diesen DNA isoliert. Am Samstag haben wir die DNA auf 5 verschiedene Marker untersucht, also bestimmte Abschnitte in den Genen, die sich individuell unterscheiden. Dafür haben wir eben diese Abschnitte zunächst mithilfe einer Polymerase-Kettenreaktion spezifisch vervielfältigt und dann mit einer Kapillarelektrophorese nach Größen aufgetrennt. Die 5 Marker waren: Blutgruppe, Geschlecht und 3 sog. Short Tandem Repeats, also repetitive DNA- Fragmente, die sich individuell oft wiederholen.

Die Ergebnisse der Elektrophorese wurden dann schließlich am letzten Tag mit der Täter-DNA verglichen und lustigerweise war man der Meinung, ich sei der Täter.

Während des ganzen Workshops haben sich Theorie und Praxis immer abgewechselt, wobei die Praxis deutlich überwog. Die Arbeit in den hoch modernen S2 Laboren von Fraunhofer hat mir sehr großen Spaß gemacht.

Im Großen und Ganzen war das Projekt eine sehr schöne Erfahrung und vor allem der Kontakt zu den Wissenschaftlern war sehr lehrreich. Ich würde jüngeren Schülern auf jeden Fall empfehlen, sich im nächsten Jahr zu bewerben!

Ida Walczak, Kl. 11

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